Hans Werner Henze
Elegie für junge Liebende
Oper in drei Akten
Premiere 29.04.2017

Dieser Mann geht im Namen der Kunst über Leichen: Der Dichter Gregor Mittenhofer ist die zentrale Gestalt in Hans Werner Henzes 1961 uraufgeführter Oper.

Man liegt ihm zu Füßen, Musen umschwirren ihn, ein Arzt und eine Sekretärin sind für ihn im Dauereinsatz. Er beutet sie alle aus, zieht Energie, tyrannisiert. Schließlich braucht er Inspirationen für sein ultimatives Gedicht, eine Elegie mit dem Arbeitstitel »Die jungen Liebenden«. Seine junge Gefährtin Elisabeth und der in sie verliebte Arztsohn Toni müssen für den skrupellosen Poeten ein Edelweiß aus einer abgelegenen Gegend am Hammerhorn besorgen. Dass sie dabei ihr Leben riskieren, ist dem Autor nur recht, für kreative Anregung ist damit gesorgt, die Elegie kann vollendet und öffentlich vorgestellt werden.

Der Librettist W. H. Auden stellte der Oper ein Zitat von William Butler Yeats voran: »Der Geist des Menschen muss sich entscheiden für die Vollkommenheit des Lebens oder des Werkes.« Die Bedürfnisse des Lebens sind nicht unbedingt identisch mit den Erfordernissen der Kunst: Diese bittere Erfahrung machen freiwillig oder erzwungenermaßen die Akteure in Henzes Werk, das kunstreich und luzide Anspielungen aus der Musikhistorie zitiert, montiert und parodiert. Was der Avantgarde einst viel zu ,schön' vorkam, erschließt sich heutigen Ohren wohl leichter: die besondere Raffinesse, das Klangsinnliche, die Schönheit dieser Oper.

 

Musikalische Leitung: Lutz Rademacher
Inszenierung:
Kay Metzger
Ausstattung:
Michael Heinrich

Statisterie

Katrin Bünten
Lilly Elias
Claudia Peuker
Julia Rausch